„Du bist, was Du isst.“

Diesen Ausspruch prägte schon der deutsche Philosoph Ludwig Feuerbach (1804–1872). Heute beschäftigt er uns mehr denn je und die Lebensmittelindustrie ist sich dem Wunsch der Menschen, sich und ihre Lieben gesund und nachhaltig zu ernähren – häufig mit möglichst geringem Zeitaufwand – durchaus bewusst und nutzt dieses Bedürfnis für entsprechendes Marketing. Gerade im Bereich der Tierernährung hat man oftmals den Eindruck fast ausschließlich genau konzipierte, gesunde Kost für das Tier zu erwerben.

Bunte Motive auf den Verpackungen, Namensgebungen, die man so auch auf der Speisekarte eines guten Restaurants finden könnte – all dies erweckt den Eindruck, etwas wirklich Gutes für das Tier zu erwerben. Wenn dann auch noch ein verhältnismäßig hoher Preis dazu kommt, verlassen viele Tierbesitzer den Laden mit dem guten Gefühl, das Richtige für das geliebte Tier getan zu haben.

Vielfach mit BARF hingegen als nicht den Nährstoffbedarfsdeckend verteufelt. Wenn man die grundlegenden Dinge nicht beachtet, kann dies durchaus zutreffen, jedoch ist dies einfach zu erlernen. Und wer sagt mir, dass das Trockenfutter von Hersteller XY den Bedarf des Tieres deckt? Hätten Sie gewusst, dass gemäß deutscher Gesetzgebung der Begriff „Alleinfuttermittel“ nicht automatisch bedeuten muss, dass der tägliche Bedarf an Nährstoffen durch die alleinige Fütterung gedeckt sein muss? Leider ist dieser Begriff nicht geschützt, daher wird er vielfach missbräuchlich verwendet. Angaben zu Über- oder Unterdosierungen einzelner Nährstoffe wie im Humanbereich sind ebenfalls nicht vorgeschrieben.

Festgelegt hingegen ist die Form der Aufführung der Inhaltsstoffe hinsichtlich ihres Gehaltes an bestimmten Bestandteilen (auch als „quidden“ bezeichnet). Dabei werden die inhaltlich am häufigsten vorkommenden Bestandteile in absteigender Reihenfolge der Menge nach aufgeführt. Sind nur Spuren bestimmter Inhaltsstoffe vorhanden, müssen diese gar nicht deklariert werden. Achten Sie beim nächsten Einkauf mal darauf – häufig wird hier auch ein wenig geschummelt, um Fleisch als erste Angabe dieser Auflistung zu erreichen. Getreideanteile werden dann zumeist einzeln aufgeführt, um das Futtermittel hochwertiger erscheinen zu lassen.

Bei der notwenigen Erhitzung in der Herstellung gehen natürliche Vitalstoffe verloren, so dass es erforderlich wird, diese im Nachgang wieder synthetisch hinzuzufügen. Die im Futter enthaltenen Fette müssen konserviert werden, um nicht ranzig zu werden – so ist der Einsatz von Konservierungsmitteln erforderlich. Das richtige Fertigfutter zu finden, gestaltet sich daher schwierig.

Als Verbraucher haben Sie das Recht, beim Hersteller die genauen Inhaltsstoffe zu erfragen. Haben Sie an dieser Stelle den Eindruck, Ihnen wird ausweichend auf Ihre Fragen geantwortet – nehmen Sie lieber Abstand. So ist es sicher sehr verständlich, dass auch unsere Tiere zunehmend unter den Folgen des Fast Foods leiden. Leider wird dies häufig erst nach Jahren festgestellt, was einen Zusammenhang mit der Fütterung häufig nicht gleich erkennen lässt. Aber es geht auch anders.